Der Einsatz von Virtual und Augmented Reality-Konzeptionen eröffnen Marken eine gänzlich neue Welt kreativer Werbemöglichkeiten. Marketing wird zum 360°-Erlebnis. Konventionelle Plakat-und-Monitor-Flächen werden um den Spielraum „Virtual Reality“ ergänzt und erzeugen so eine einzigartige Markenwirklichkeit für Kunden. Bis 2018 soll der Markt um Virtual und Augmented Reality auf vier Milliarden US-Dollar anwachsen, was nicht zuletzt an der berauschenden Beliebtheit von VR-Brillen liegt. Wie heiß dieses Thema schon bald sein wird, verdeutlicht ein Blick auf die Vorreiter im Social Media: Die Plattformen Facebook und Youtube haben ihre Kanäle bereits für 360°-Video optimiert. Auch die Automobilindustrie steht dem in keiner Weise nach: Die VR-gestützte Projektion von Informationen und Objekten auf der Frontscheibe im unmittelbaren Sichtfeld des Fahrers bietet spannende Lösungen, denken wir nur an Richtungspfeile und Straßennamen, die in Echtzeit abgebildet werden. Man erkennt: In AR und VR steckt immenses Potential, den Sektor tiefgreifend voranzubringen.

VR-Commerce: The next big thing im Marketing

Die technischen Lösungsmöglichkeiten für Marketer sind dabei noch gar nicht abzuschätzen. Während die Hardware wie etwa die VR-Brille Oculus Rift immer ausgefeilter und besser werden, fehlt es auf der anderen Seite noch an mutigen Vorreitern, die den Einsatz von Hologrammen und Augmented Reality-Projektionen konsequent in der eigenen Marketingstrategie anwenden. Wir sehen uns einer neuen und spannenden Form des Screens entgegen – doch die Entschlossenheit im Einsatz schleppt sich nur langsam voran. Fragen wir uns also konkret: Welche Möglichkeiten gibt es, die neuen Technologien im Marketing ein- und umzusetzen?

Technik ist das eine. Der wesentlich größere Part besteht freilich darin, diese mit Mehrwert und Leben für die Konsumenten zu füllen. Dabei könnte der Zeitpunkt vermutlich kaum günstiger sein: VR ist neu, cool und daher spannend! Stichwort Gamification: Durch zusätzliche Einblendungen können Marken unmittelbar in die Realität ihrer Kunden eintauchen und sich entscheidend platzieren. Ob auf der heimischen Couch oder am Point of Sale – der Einsatz bietet Potential durch Neuheit, Intelligenz und dem gewisse Etwas. Es macht Marken erlebbar.

Die Heimwerker-Kette Lowe’s aus den USA zeigt, wie die neuen Technologien optimal in der eigenen Marketingstrategie umgesetzt werden können. Bereits mehrfach wurde ihre VR-Anwendung „The Holoroom“ am heimischen Markt ausgezeichnet: In einem Raum können sich Kunden via Tablet bewegen und ausgewählte Einrichtungsgegenstände virtuell im Raum betrachten.

Marken sollten bereits heute an einer Virtual Reality-Strategie arbeiten

VR wird das nächste große Ding. Das zeigt nicht nur die Ausrichtung von Plattformen wie Facebook und Youtube; auch die TV-Streaminganbieter Netflix und Hulu beschäftigten sich bereits aktiv mit dem Thema Datenbrillen. Beide Dienste wollen zeitnah eigene Virtual-Reality-Apps für die Oculus Gear VR bzw. die Brille von von Samsung anbieten. Etwas bekannter dürfte den meisten die Google Glass und Oculus Rift sein.

Um dem neuen Nutzungsverhalten der eigenen Zielgruppe zukünftig gerecht werden zu können, sollten Unternehmen und Marken bereits jetzt an einer passenden VR-Strategie arbeiten. Aber nicht nur machen, um es zu machen, sondern immer daran denken: Was tatsächlich wirkt, ist der Mehrwert und Content, der angeboten wird. Reine Gamification wirkt also nur bedingt.

5 Tipps für Ihre Virtual Reality Strategie

1. Machen Sie sich Ihr Ziel bewusst. Stichwort SMARTe Ziele stecken: Nur wenn Sie wissen, was Sie wann erreichen wollen, werden Sie auch messbare Erfolge aufweisen. Hinterfragen Sie ehrlich, ob Ihre gesetzten Ziele auch tatsächlich realistisch und zielführend sind.

2. Versetzen Sie sich in Ihre Kunden. Nehmen Sie die Perspektive des Kunden ein und fragen Sie sich, ob Ihre Zielgruppe das Angebot überhaupt interessiert (und es daher nutzen wird). Bringt es ihm Mehrwert oder handelt es sich bei Ihrer VR-Lösung lediglich um eine nette Spielerei, die jedoch schlecht in den Alltag integrieren werden kann?

3. Wägen Sie ab: Sie müssen und sollten nicht alles realisieren. Nicht alles was technisch möglich ist, ist gleichsam für Ihr Vorhaben sinnvoll. Auch wenn Markt augenblicklich noch überschaubar ist – denken Sie an die Prognose für 2018! Schon bald wird es eine Vielzahl an Systemen, Lösungen und Tools geben und dann heißt es einmal mehr: Selection is the king. Wägen Sie daher genau ab, was Sie einsetzen und bedienen möchten und können. Analysieren Sie den Markt und Ihre Zielgruppe und wählen Sie auf deren Basis, welche VR-Technologien für Sie wirklich relevant sind.

4. Testen Sie, welches Konzept zu Ihrer Strategie passt. Vom Baumarkt über den Autobauer bis zum Outdoor-Händler: So unterschiedlich Marken und Angebote sind, so unterschiedlich sollten auch ihre VR-Konzepte sein. Standard-Produktbeschreibungen können beispielsweise um VR-Anwendungen ergänzt werden, zum Beispiel können Baumärkte Apps auf VR-Basis anbieten, mit der ihre Kunden vorab Produkte virtuell testen können.

5. VR goes mobil. Was kaum einer weiß: Fast jedes Smartphone hat eine eingebaute VR-Komponente. Marken müssen ihren Content für VR-Funktionen nutzbar und so ihren Mehrwert erlebbar machen. Die Modebranche macht es vor, indem etwa mithilfe einer Avatar-Technologie virtuelle Looks zum Anprobieren angeboten werden und Kunden mit einer VR-Brille die Outfits virtuell anprobieren können.

Toybox Demo für Oculus Touch

Der VR-Markt bietet stetig steigendes Potential. Neue Blickwinkel, neue Strategien und innovative Technologien bieten Marketern spannende neue Möglichkeiten zur Vermarkung, Kundenbindung und Brand Marketing.

Autoren: M. Fett

Quelle: onlinemarketing.de