Es wieder einmal soweit: Google änderte zum 21. April seinen Algorithmus für das Ranking der Suchergebnisse auf mobilen Endgeräten. Ausgeschriebenes Ziel dieser Änderung ist laut Googles Statement „mobile-friendly websites in search results“ besser zu positionieren. Unternehmen, die ihre Website also bisher immer noch nicht für Mobile-Surfer „benutzerfreundlich“ angepasst haben, dürften ab sofort schlechte Karte haben: Google straft sie mit einer schlechteren Platzierung in Suchergebnissen.

Betroffen werden vor allem Seiten mit allzu langen Ladezeiten bzw. einer schlechten Darstellung für mobile Endgeräte sein. Letzteres kennt man vermutlich besser unter dem Begriff der „mobilen Optimierung“, also jene Anpassungen, welche die verbesserte „benutzerfreundliche“ Anzeige von Webinhalten auf Tablets und Smartphones zum Ziel haben. Man könnte sich in diesem Zusammenhang fragen, warum es Google so sehr interessiert, ob beispielsweise Online-Shops mobile friendly sind?

SEO: Mobile Optimierung soll zur größtmöglichen Usability beitragen

Die Verwendung von Tablets und anderen mobilen Geräten zum Surfen und Online-Shopping nimmt stetig zu. Vorbei sind die Zeiten, in denen sich nur vom heimischen PC aus informiert wurde. Sogenannte „Couch-Surfer“ gehören ebenso der Vergangenheit an, wie die Vorstellung vieler Online-Shop-Betreiber, die mobile Optimierung sei ein nettes Plus, das man sich jedoch sparen könnte. Getreu dem Motto: Meine Zielgruppe surft nicht über Smartphones.

„Alle reden von responsive Design und einer nutzerfreundlichen Customer Experience. Mit Googles neuem Algorithmus wird es zur Pflicht! Webmaster und Shop-Betreiber tun also gut daran, das endlich zu begreifen“, meint Oliver Marquardt, Kommunikationsberater und Gründer der etablierten Strategieberatungsfirma Marquardt+Compagnie aus Marburg.

Für ihn liegt es nahe, dass Webseiten, wollen sie denn konkurrenzfähig bleiben und innerhalb der ersten Suchergebnisse laden, auch für mobilen Internetsurfer optimiert werden. „Die Nutzung soll größtmögliche mobile Usability bieten. Vor allem im Mobile-Commerce wird die Usability zum entscheidenden Faktor. Google gewichtet diesen Aspekt nicht ohne Grund zu einem seiner Rankingfaktoren. Wenn ich zwischen zwei Meetings schnell etwas mit dem Smartphone kaufen will, habe ich keine Lust lange zu warten bis sich die Seite aufgebaut hat. Lange Ladezeiten kann sich keiner leisten. Dann gehe ich als Nutzer zum nächsten Online-Shop, der bereits optimiert ist. Für Unternehmen bedeutet mobile Optimierung nichts weniger als einen Mindeststandard, die Conversionrate nur zu halten“, so Oliver Marquardt. So trägt die Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit maßgeblichen Anteil daran, etwa die Abbruchrate im E-Commerce zu reduzieren.

Adobe Digital Index Report: Deutschland nur im unteren Mittelfeld

Auch wenn sich Deutschland, wie der aktuelle Adobe Digital Index Report aufzeigt, was Verbreitung und Nutzung mobiler Endgeräte angeht, europaweit nur im unteren Mittelfeld befindet, ist die mobile Optimierung keine rein fakultative Option, sondern unabdingbar. Zwar lassen die Ergebnisse zunächst etwas anderes vermuten – aber Deutschland holt kräftig auf. Aktuell kommen 22 % der deutschen Besuche von Smartphones, 10 % von Tablets. Beides befindet sich in starkem Wachstum.

Google macht mit der Änderung seines Algorithmus einen weiteren Vorstoß in Sachen „mobile friendly“-Initiative. So meint Eric Kubitz, Inhaber des Münchner Dienstleisters Contentmanufaktur: „Google will damit das Internet besser machen“. Er sieht den Vorstoß als Motivation für Unternehmen, ihr mobiles Angebot zu verbessern.

Für ein gutes SEO responsive Lösungen wählen

Anstatt jetzt aber in aller Eile sämtliche Webauftritte auf mobile umzustellen, sind Unternehmen besser damit beraten, über responsive Lösungen nachzudenken.Für Oliver Marquardt ist es längst überfällig, dass sich Firmen über die mobile Darstellung ihrer Marke Gedanken machen.

„Google bevorzugt sogenannte ‚fully responsive Websites‘. Dabei passen sich bestehende Seiten und deren Inhalte automatisch ans jeweilige Endgerät an. In vielen Fällen ist das die bessere Option, als zusätzlich neue ‚mobile friendly‘ Seiten zu bauen“, rät der Markenstratege.

Weiterführende Links

1. Wie Sie das neueste Google-Update unbeschadet überstehen

2. Wissen über die Kanäle und deren Wirkungsweise hilft bei der effizienten Vermarktung.