Der Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (Agof) Claudia Dubrau ist mit der ersten Ausgabe der „digital facts“ ein echter Wurf gelungen. Unter diesem Namen wird ab August 2015 monatlich eine neu konzipierte Reichweitenstudie veröffentlicht, die es Marketern in Zukunft ermöglichen wird, ihre Kampagnen gezielter und damit effektiver zu gestalten.

mobile facts + internet facts = digital facts? Ein klares Nein!

Schon Nikolaus Schmitt-Walter titelt in seinem Gastbeitrag für LEAD digital: 1 + 1 ist mehr als 2. In der Tat ist die Neukonzeption (wenn man es denn so nennen möchte) von Agof keine längst überfällige Zusammenlegung der mobile facts und internet facts. „Für Werbungtreibende und Agenturen tun sich nun ganz neue Möglichkeiten der Kampagnenanalyse und -optimierung auf“, resümiert Schmitt-Walter. Mit den Studien zum mobilen und stationären Internet liefert Agof zwar bereits seit längerem zwei Reichweitenanalysen für Advertiser, tat ihnen jedoch aufgrund zu großer Unterschiede in Methodik, Veröffentlichungsrhythmus und Konzeption keinen wirklichen Gefallen. Zu gering war die Relevanz für den Planungsalltag. Ebendieses Problem könnte mit den neuen „digital facts“ nun behoben worden sein.

Die oft gestellte Frage von Marketern „Wo erreiche ich wie viel Publikum?“ lässt sich nun leicht beantworten. Auch erkennt man an der neuen Statistik, wo sich Nutzergruppen nur gering überschneiden und welche Medien geräteübergreifend genutzt werden.

„Für Agenturen bedeuten die digital facts einen wirklichen Mehrwert. Leistungswerte von Kampagnen können fortan so gestaltet werden, dass sie plattformübergreifend mobile wie stationäre Werbeträger umfassen. In einer Zeit, in der mehr und mehr Kunden zu mobilen Nutzern werden, können Marketer die zusätzliche Schaltung mobiler Werbung wesentlich präziser planen. Kombiniert man die Nettoreichweiten sehen Advertiser etwa, wie viele User eine Kampagne durch mobiler Plattformen zusätzlich erreichen würde. Das ist besonders interessant, wenn man sich vor Augen hält, dass der Anteil an Nutzern, die neben den klassischen Geräten Desktop und Laptop mehr und mehr mobil surfen und kaufen“, sagt Kommunikationsstratege und Geschäftsführer von Marquardt+Compagnie Oliver Marquardt.

Während die Nutzung mobiler Endgeräte in den vergangenen fünf Jahren massiv zugenommen hat, war der Anteil stationärer Nutzer rückläufig.

Die digital facts sind noch nicht das Ende der Fahnenstange

Mit der Neuausgabe der digital facts hat die Agof unserer Meinung nach jedoch noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Ein Großteil des Display-Marketings wird bisher noch nicht abgedeckt. Betrachtet man die Relevanz von Facebook, Twitter, Google und Co. für bestimmte Zielgruppen, erkennt man: Es wird in Zukunft noch viel zu tun geben. Hinsichtlich der Aktualität der erhobenen Daten wäre eine tägliche Erhebung der neusten Leistungswerte notwendig, will man die digitalen Echtzeitmedien einbeziehen. Schlussendlich lässt allerdings resümieren, dass die digital facts ein wichtiger Schritt von Agof waren, die Relevanz der Vermarkter-Top-Ten für Marketer zu erhöhen.

Autor: M. Fett