Aus aktuellem Anlass zur Vergabe des diesjährigen „Arbeitgeber Awards“ haben wir uns gefragt, was eigentlich einen herausragenden Arbeitgeber ausmacht.

Motivation, Dynamik, Flexibilität, Wertschätzung. Fallen Ihnen noch weitere Stichworte ein, mit denen Sie ein herausragendes Arbeitsumfeld bezeichnen würden? Die Frage „Was macht Arbeitgeber attraktiv?“ ist aus vielerlei Gründen spannend. Abgesehen vom omnipräsenten Schreckgespenst Fach- und Arbeitskräftemangel ist es vor allem die sekundäre Wirkung, welches attraktiven Unternehmen anhaftet. Während andere noch nach den Top-Leuten rufen, stehen die Schlange an den Türen von Vadafone, Porsche und Co. Was aber zeichnet diese Unternehmen aus?

Joggen, statt im Büro Schwitzen

Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Work-Life-Balance. Flexible Arbeitszeitmodelle. Ja, das sind die Buzzwörter, die einem sofort in den Sinn kommen, wenn es um Arbeitgeberattraktivität geht. Oft gut gemeint, aber schlecht gemacht, verfehlen die meisten Marken ihre ehrgeizigen Ziele in diesen Bereichen. Schade, kann man nur sagen. Denn es sind genau diese Themen, die die jungen, kreativen Top-Leute ansprechen. Vodafone zeigt, wie das in der Praxis aussehen kann: Da wird das Meeting eben nicht bei 30 Grad und mehr im stickigen Büro abgehalten, sondern kurzerhand nach draußen verlegt. Freie Luft, freie Ideen. Duschen, Umkleiden und Fitnessräume ermöglichen den Sport in der Mittagspause. Steckdosen an jedem Tisch und Stuhl in der Cafeteria, freies W-Lan und der eigene Laptop schaffen aus starren Arbeitskonzepten eine flexible und innovative Atmosphäre. Mehr brauchen die Mitarbeiter fast nicht.

Klar ist: Unternehmen müssen sich etwas einfallen lassen, um junge Talente für sich zu begeistern und bestehende Kräfte zu motivieren. Vorbei sind die Zeiten, in denen man beliebig aus einem Pool aus Fach- und Arbeitskräften schöpfen konnte. Laut den Ergebnissen einer aktuellen Umfrage des Personaldienstleisters Manpower haben 46 Prozent der befragten deutschen Unternehmen akute Probleme, ihre Stellen adäquat zu besetzen (Stand: 2015). Bis 2030 werden in Deutschland über 7 Millionen Fachkräfte fehlen, so die Schätzung der Boston Consulting Group.

Special “Unternehmenskultur”

Ehrlichkeit und Wertschätzung – Die Basis von Vertrauen und eigentlich zwei Werte, die selbstverständlich sein sollten. Leider gibt es noch immer zu viele Betriebe, die zwar in goldenen Buchstaben das Wort „Unternehmenskultur“ über ihren Türen stehen haben, diese aber weder nach außen noch nach innen leben. Der Dienstleistungsanbieter Komsa zeigt auf eindrucksvolle Weise, dass nicht nur Globalplayer und Großunternehmen das Zeug zur attraktiven Arbeitgebermarke haben, sondern auch KMU ganz vorn dabei sein können. Komsa lebt ihre Firmenphilosophie – im wahrsten Sinne des Wortes. Der Hauptsitz des Unternehmens liegt nur knapp 12 Kilometer von Chemnitz entfernt. Ein Grund, weshalb Komsa stärker als die unmittelbare Branchenkonkurrenz um jeden einzelnen Mitarbeiter buhlen muss. Dazu haben sie sich ein pfiffiges Konzept ausgedacht, was ihre Ansinnen um Regionalstärkung widerspiegelt. Bevor nämlich Arbeitnehmer aus allen Teilen der Welt für möglichst wenig Geld rekrutiert werden, schaut man sich zunächst in der eigenen Region um. Findet man hier keinen geeigneten Mitarbeiter, wird sich im unmittelbaren Umkreis umgeschaut, dann im Land Sachsen und so weiter. Das Prinzip hat Erfolg: Seit 2007 konnte die Belegschaft von 1000 auf 1500 Mitarbeiter anwachsen.

“Werte müssten nicht nur neu definiert, sondern auch entsprechend gelebt und kommuniziert werden. Die Zukunft und die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes stehen auf dem Spiel. Der Wertewandel und die weltweite Verschiebung von Marktanteilen wird uns überrollen (…) Veränderungsbereitschaft wird zum Wettbewerbsvorteil.“ Oliver Marquardt

Erfolgsfaktoren attraktiver Arbeitgeber

Beispiele wie Komsa und Vodafone zeigen auf eindrucksvolle Weise, was es für Unternehmen im Wettbewerb bedeuten kann, eine attraktive Arbeitgebermarke zu sein. Komsa konnte seine Mitarbeiteranzahl um 50 Prozent erhöhen, trotz der ungünstigen Standortbedingungen.

Wieso entscheiden sich immer mehr Arbeitnehmer für Unternehmen wie Komsa oder Vodafone? Dass Geld allein nicht das Zündlein an der Waage ist, dürfte mittlerweile hinreichend bekannt sein. Wir wollen in den nächsten Wochen ein verstärktes Augenmerk auf die Erfolgsfaktoren attraktiver Arbeitgeber werfen und dazu einen umfangreichen Artikel in unseren Blog stellen. Bis dahin empfehlen wir Ihnen den Beitrag der angesprochenen Scobel-Folge in der 3sat Mediathek anzuschauen. Es lohnt sich!

Autor: MF